Eingang Lohovo — NP Una direkt ab Bihać

Der stadtnahe Parkzugang für Wanderer, Radfahrer und Rafting-Starter

Autor: Ivana Petrović

Lohovo: der unterschätzte Südeingang von Bihać

Der Nationalpark Una hat sechs offizielle Eingänge. Die meisten Reisenden kennen Gorjevac — den Haupteingang nahe Kulen Vakuf, direkt am Štrbački Buk. Lohovo dagegen taucht in kaum einem deutschen Reiseblog auf. Das ist schade, denn für alle, die in Bihać stationiert sind, ist er der logischste Startpunkt.

Lohovo liegt am südlichen Stadtrand von Bihać, direkt am Una-Ufer. Der Fluss macht hier eine weite Biegung, die Ufervegetation ist dicht, das Wasser türkisgrün. Wenn ich morgens früh aus Bihać rausfahre und die letzten Häuser hinter mir lasse, bin ich innerhalb weniger Minuten am Eingang — Ticket kaufen, Schranke, Nationalpark. Kein Stau, kein Reisebus-Konvoi, keine Souvenirhändler-Gasse.

Das macht Lohovo nicht zum spektakulärsten Eingang des Parks — das ist Gorjevac mit dem Štrbački Buk eindeutig —, aber zum praktischsten für alle, die Bihać als Basis nutzen.

Anfahrt und Parken: so kommst du hin

Von der Bihać-Innenstadt fährst du die Hauptstraße Richtung Süden, vorbei am Una Aqua Camp, weiter dem Flusslauf folgend. Die Straße heißt hier Ulica Une; nach etwa 7–9 km (je nach Ausgangspunkt in der Stadt) erreichst du das Eingangsgebäude von Lohovo. GPS-Koordinaten: ungefähr 44.77° N, 15.88° O — vor der Reise auf OpenStreetMap oder Maps.me verifizieren, da das Eingangsgebäude je nach Datenbankstand unterschiedlich eingetragen ist.

Parkplätze gibt es direkt am Eingang, Kapazität für PKW und kleinere Vans ausreichend. Große Wohnmobile oder Gespanne sollten früh kommen — der Platz ist nicht für Busse ausgelegt. Wer mit dem Fahrrad aus Bihać anreist, kann der Una-Uferstraße folgen; die Strecke ist größtenteils asphaltiert und wenig befahren.

Öffentliche Verkehrsmittel

Direkter ÖPNV nach Lohovo existiert nicht. Vom Busbahnhof Bihać ist ein Taxi die einfachste Option (ca. 5–8 KM, Stand 2025 — vor Ort nachfragen). Alternativ: Fahrrad mieten in Bihać, einige Pensionen verleihen Räder an Gäste.

Eintritt und Tickets: was du zahlen wirst

Der Nationalpark Una erhebt an allen Eingängen eine Eintrittsgebühr. Die Preise werden von der Parkverwaltung festgelegt und können sich saisonal anpassen — vor der Reise auf der offiziellen Website des NP Una prüfen. Als Richtwert: Tagesticket für Erwachsene ca. 5–10 KM (Stand 2025), Kinder reduziert. Fahrzeuge zahlen zusätzlich eine Parkgebühr.

Am Eingang Lohovo gibt es einen Kassenhäuschen-Betrieb; in der Hauptsaison (Juni–August) ist dieser verlässlich besetzt, in der Vor- und Nachsaison kann es sein, dass der Eingang unbesetzt ist — dann gilt: Ticket an einem anderen Eingang nachholen oder direkt bei der Parkverwaltung in Bihać klären. Ich habe das selbst im April erlebt: Schranke offen, niemand da. Ich bin trotzdem reingefahren und habe beim Verlassen bezahlt. Das funktioniert, solange man ehrlich ist.

Was dich am Eingang Lohovo erwartet: Trails und Aktivitäten

Lohovo ist vor allem als Rafting-Endpunkt bekannt — und als Start für Tagestouren entlang der Una. Die klassische Rafting-Strecke führt von Štrbački Buk (nahe Kulen Vakuf) flussabwärts nach Lohovo: ca. 15 km, 3–4 Stunden, Schwierigkeit 2–4 je nach Wasserstand. Wer das Rafting von Bihać aus bucht, wird am Ende meist hier abgesetzt.

Wanderwege ab Lohovo

Direkt am Eingang beginnen markierte Trails entlang des Una-Ufers. Die Wege folgen dem Flusslauf durch Auwald und Karstgelände, vorbei an kleineren Travertin-Stufen. Die Vegetation ist hier üppiger als im südlicheren Parkbereich — Erlen, Weiden, Wasser-Schwertlilien im Frühsommer. Für Botaniker ist das interessanter als es klingt: Der NP Una beherbergt über 1.900 Pflanzenarten, darunter endemische Glockenblumen und die Bosnische Iris (Iris bosniaca).

Leichte Tageswanderung: Lohovo → Una-Ufer flussaufwärts → Rückweg → ca. 8–12 km, kaum Höhenunterschied, familientauglich. Wer mehr will, kombiniert mit dem Fahrrad oder bucht eine geführte Tour in Bihać.

Radfahren

Der Eingang Lohovo ist einer der wenigen im NP Una, der gut per Rad erreichbar ist. Die Uferstraße von Bihać ist breit genug für Radfahrer und kaum befahren. Im Park selbst gibt es Schotterwege, die für Mountainbikes geeignet sind. Rennrad-Reifen würde ich nicht empfehlen — zu viel Schotter, zu viele Wurzeln.

Schwimmen und Kajak

Die Una ist an dieser Stelle breit und ruhig genug für Kajak-Touren. Die Wassertemperatur liegt im Sommer bei 13–17°C — erfrischend, aber nicht zum stundenlangen Schwimmen. Kajaks kann man in Bihać mieten; einige Anbieter bringen dich mit dem Shuttle zum Startpunkt deiner Wahl.

Beste Reisezeit für Lohovo

Der Eingang ist von April bis Oktober verlässlich zugänglich. Frühling (April–Mai) ist meine persönliche Empfehlung: Die Una führt Hochwasser, die Wasserfälle im Park donnern, die Ufervegetation explodiert in Grün. Wildblumen überall. Und kaum Touristen.

Im Sommer (Juni–August) ist der Park voller, aber Lohovo bleibt ruhiger als Gorjevac oder der Bereich um Štrbački Buk. Das liegt daran, dass die meisten Tagestouristen direkt zum Hauptwasserfall fahren — Lohovo ist für sie kein Ziel, sondern nur der Rafting-Endpunkt.

Herbst (September–Oktober): Indian Summer an der Una. Die Laubbäume verfärben sich, das Licht ist weich, das Wasser noch warm genug für Kajak. Für Fotografen die beste Zeit.

Im Winter ist der Eingang meist geschlossen oder unbesetzt; das Parkgelände ist zwar zugänglich, aber Wege können durch Hochwasser oder Frost unpassierbar sein.

Sicherheit: Minen und Wegegebot

Das ist kein Thema, das ich gerne anspreche, aber ich muss es: Bosnien-Herzegowina hat noch verseuchte Gebiete aus dem Krieg 1992–95. Auch im und um den NP Una gibt es Flächen, die nicht vollständig geräumt sind. Die Regel ist absolut: Verlasse niemals markierte Wege. Das gilt besonders abseits der ausgeschilderten Trails.

Die offiziellen Wanderwege im NP Una sind geräumt und sicher. Aber wer querfeldein geht, weil ein Foto verlockend aussieht, geht ein reales Risiko ein. Die BHMAC (Bosnia and Herzegovina Mine Action Centre) pflegt aktuelle Karten der verseuchten Gebiete — konsultiere sie vor unbekannten Ausflügen.

Übernachten in der Nähe: Bihać als Basis

Bihać ist die natürliche Basis für den Eingang Lohovo. Die Stadt hat eine gute Auswahl an Pensionen und kleinen Hotels, Preise deutlich unter westeuropäischem Niveau. Richtwert: Doppelzimmer in einer Pension 35–55 € pro Nacht (Stand 2025, vor Reise prüfen).

Direkt am Eingang gibt es den Una Aqua Camp — Campingplatz mit Strom, Frischwasser und Sanitär, ca. 15 KM pro Nacht. Für Zelt- und Vanlife-Reisende eine solide Wahl, fußläufig zum Eingang.

Wer tiefer in den Park will, übernachtet besser in Kulen Vakuf oder Martin Brod — aber dann ist Lohovo nicht mehr der logische Eingang.

Versorgung vor Ort

Am Eingang selbst gibt es keine Gastronomie. In Bihać (10 min) findest du Supermärkte, Bäckereien und Restaurants. Wichtig: Im Park gibt es kaum Banken oder Geldautomaten — in Bihać Bargeld (KM/BAM) abheben, bevor du in den Park fährst. Kartenzahlung am Eingang ist nicht garantiert.

Praktische Infos auf einen Blick

Info Details
Lage Südlicher Stadtrand Bihać, ca. 7–9 km vom Zentrum
GPS (ca.) 44.77° N, 15.88° O — vor Reise auf Maps.me verifizieren
Eintritt ca. 5–10 KM Erwachsene (Stand 2025, vor Reise prüfen)
Öffnung April–Oktober verlässlich, Sommer täglich besetzt
Parken PKW/Van: ausreichend; Wohnmobile: früh kommen
Camping in der Nähe Una Aqua Camp, ca. 15 KM/Nacht
Rafting-Endpunkt Ja — Strecke Štrbački Buk → Lohovo, ca. 15 km, 3–4 h
Beste Zeit April–Mai (Hochwasser, Wildblumen) und September–Oktober
Bargeld In Bihać abheben — Park hat kaum ATMs
Notruf Polizei 122, Rettung 124, EU-Notruf 112

Mein Fazit nach vielen Besuchen

Lohovo ist kein Highlight-Eingang. Wer einmal in Bosnien ist und den NP Una sehen will, sollte trotzdem nach Gorjevac und zum Štrbački Buk fahren — das ist schlicht beeindruckender. Aber Lohovo hat seinen eigenen Wert: Er ist der Eingang für alle, die den Park leben wollen, nicht nur kurz besuchen. Wer in Bihać wohnt, morgens früh los will, bevor die Reisebusse kommen, und abends wieder in der Stadt essen möchte — für den ist Lohovo der richtige Zugang.

Ich habe hier Frühmorgentouren gemacht, bei denen ich zwei Stunden lang niemanden getroffen habe. Nur Una, Wald, Vögel. Das ist selten im Nationalpark-Tourismus Europas. Nutzt es, solange es so ist.

— Ivana Petrović, Biologin, Banja Luka

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